Donnerstag, 27. August 2015

Backen nach dem Baukastenprinzip: Boden, Streusel, Sahne, Obst


Wo ich Herausforderung um Herausforderung suche – höher, schneller, weiter – verfährt der Rest meiner Familie eher nach dem Prinzip „Stick to the roots“. Es gibt – Ausnahmen bestätigen die Regel – zuhause einen Kanon an Grundrezepten, der wieder und wieder und wieder verlangt wird – ich denke, wir sind damit nicht allein.

Mein Vater zum Beispiel ist ein absoluter Obstkuchenapologet. Wenn er die Wahl hat zwischen elaborierter Torte und einem schlichten Boden, belegt mit Früchten der Saison – tja: dann kann Höher-schneller-weiter einpacken. Meine Mutter backt Obstkuchen aus diesem Grund seit Jahrzehnten nach der Baukastenmethode: Es gibt den einen genialen und unverwüstlichen Grundteig – und es gibt das, was Garten und Markt gerade hergeben; Zwetschgen, Äpfel, Rhabarber. Vor kurzem: Kirschen.

Meine Mutter hat diese Kirschen – liebevoll entsteint von meinen beiden Schwestern – also auf besagtem Untergrund verteilt, großzügig mit Butterstreuseln belegt und hinterher eine Schüssel geschlagene Sahne dazu gestellt.

Ich habe lange nicht mehr so guten Kuchen gehabt: Restwarm, sodass die Sahne leicht über den knusprigen Streuseln schmolz, unglaublich aromatisch von Kirschen und Marzipan, herrlich üppig portioniert.
Dieser Kuchen war so gut, dass Kerl und ich uns anderntags beeilen mussten, zwei Stücke als Wegzehrung für die Rückfahrt zu ergattern. Dieser Kuchen war so gut, dass es außer Frage stand, ob ich bis zum nächsten Heimatbesuch darauf würde warten können.

Ich habe also Marzipan und einen Becher Sahne besorgt; ich brauch' das jetzt.

Freitag, 7. August 2015

Aus dem Off: Gerösteter Blumenkohlsalat mit Haselnüssen, Petersilie und Nektarine nach Ottolenghi


Dies ist ein Lebenszeichen. Oder Pausenzeichen – wie man's nimmt. Ich hätte mir jedenfalls keinen besseren Sommer aussuchen können, um meinen Abschluss zu machen. Statt durch Seen (resp. die See) pflüge ich durch Unterlagen. Statt nach Wespen und Mücken schlage ich Buchstabe um Buchstabe in die Tastatur. Auf dass so etwas entstehe, das nicht nur lesbar, sondern idealiter brauchbar ist.

Zwischendurch schlafe ich. Esse – Schnelles, Leichtes. Oft: Salat.

Den von unten zum Beispiel. Mit suizidaler Nektarine statt Granatapfel zu gerösteten Nüssen und Blumenkohl (super Ersatz!) – großartig.
Wahlweise: Mit Vanille, Ziegenkäse und Zitrone. Oder mit Aprikose und Tomate.

Bis auf weiteres.