Mittwoch, 28. Mai 2014

Essen, wenn es bunt ist: Brownie and Oatmeal Monster Cookies


Zu Herrn G. aus B. mag man stehen wie man will. Ich steh' eher auf anderes, trotzdem ist an dieser einen Sache was dran: Musik nur, wenn sie laut ist. Oder eben: Essen, wenn es bunt ist.

Grüner Salat plus knalliges Dressing wie hier zum Beispiel. Kräftiges Gelb zu Blau und Braun. Oder, noch besser: alles zusammen. Vor allem, wenn es so regnet.

In diesen Keksen treffen sich darum M&Ms und Bretzel. Schokolade und Haferflocken. Neben den üblichen Verdächtigen Butter & Co.
Nein, das ist keine leichte Angelegenheit. Aber eine gute.


Montag, 26. Mai 2014

Übersprungshandlung, die: Rhabarber-Bayadere mit weißer Schokoladenmousse




Ich bin ein Mensch des Jetzt-und-gleich-und-soforts. Richtig heißt das, glaube ich, impulsiv. Wenn man sich spontan von Dingen begeistern lässt, sie in wildesten Farben ausmalt, um sich sofort und kopfüber hineinzustürzen. Ruhe, Besonnenheit? Wozu?

Die Zeit ist mein Feind. Alles, was ich nicht sofort anpacke, hat es später sehr, sehr schwer.
Alles? Fast.

Es ist nichts als Frage des Nervenkitzels: Reizt mich eine Sache nämlich so, dass sie mich selbst dann nicht mehr loslässt, wenn die umgehende Umsetzung ausgeschlossen ist, wird aus Kopflosigkeit Planung. Aus Impulsivität Berechnung. Und alles, was der Realisierung dann noch im Wege steht, wird genau da weggeschafft. Auf dass Zeit und Ort und Gelegenheit zusammenfallen mögen. Und etwas entstehe wie diese Torte.

Von Eva als Rhabarber-Bekehrung und Aromen-Wunder gelobt, landete sie augenblicklich auf meiner Nachbackliste – und zwar an allererster Stelle. Loslegen? Zu dem Zeitpunkt – Sonntag vor einer Woche – leider ausgeschlossen. Nächstbeste Gelegenheit: Donnerstagabend. Alles andere: egal.

Das erste Stück ließ mich Freitag etwas unschlüssig zurück: Die einzelnen Komponenten schmeckten für sich genommen prima, wollten auf der Zunge aber kein größeres Aha ergeben. Enttäuscht wollte ich den Versuch schon zu den Akten legen, als wir es Samstag nochmal versuchten. BÄM – die Mousse: limettige Säure, zarte Süße und ein wunderbare Konsistenz. Dazu: Mein Liebling Rhabarber, in hervorragender Gesellschaft von Nelken und ein bisschen Maracuja. Der Sandteigboden war sowieso pur schon ein Kracher, und alles zusammen: ein Traum.

Zwar hat Eva eine perfekte Rezeptvorlage geliefert und das auch erst vor gut sieben Tagen, trotzdem kann ich hier nicht an mich halten. Stichwort Impulsivität – meine Begeisterung will raus.

Darum, mit ein, zwei Anpassungen:

Donnerstag, 15. Mai 2014

Vive la fusion: Polentawaffeln mit Bánh-Mì-Salat, Tofu und scharfe Avocadocreme


Bánh mì also. Doch, hübsch: Knuspriges Baguette mit orangen Möhrenschnitzen, Radieschen-Pink und ganz viel Blattgrün. Dazu Fleisch, wer mag, für andere Tofu.
Wie das schmeckt?
Keine Ahnung. Wie Brot mit Salat, nur besser?

Dabei hat Salat da eigentlich gar nichts zu suchen: Laut Wikipedia bedeutet bánh mì auf Vietnamesisch Brot und nicht mehr. Brot mit Fleisch wäre also richtig bánh mì thịt. Was bloß keinen stört. Bánh mì ist Baguette in bunt – mit Grünzeug, Fleisch, was immer man mag.

Ob man die Kombination aus Grünzeug plus Extras also genauso gefahrlos bánh mì nennen darf, auch wenn von Baguette weit und breit nichts zu sehen ist? Oder müsste es bánh kẹp heißen, weil es statt Weißbrot Waffeln gibt?

Ich weiß es nicht. Ist vielleicht auch egal.
Uns hat's geschmeckt.

Donnerstag, 8. Mai 2014

Strange things are happening: Süße Gnocchi mit Kartoffelmilchcreme, Oliven-Mohn-Bröseln und Blaubeeren


Täuschte ich mich, oder wurden die Augen des Kerls tatsächlich immer größer, als ich erklärte, was sich da alles vor ihm auf dem Teller befand: Oliven, ausgekochte Kartoffelschalen, Milchkaramell... Und fragte er sich, ob sein Bekunden, dass ihm die Sache ausgesprochen munde – nicht zuletzt die optimale Konsistenz der Gnocchi – so aufrecht zu erhalten war?

Er ließ zumindest nichts Gegenteiliges mehr verlauten und auch ich fand das alles sehr überzeugend: Süße Gnocchi mit Oliven-Mohn-Bröseln und Kartoffelmilchcreme zu Blaubeeren. Eins dieser Rezepte, die so abgefahren klingen, dass sie nur gut schmecken können (wobei es sich zumindest bei der Kombination Kartoffelkloßteig-Mohn sowieso um eine bewährte handelt). Zumal man mit der Idee, Zutaten möglichst vollständig zu verwenden, bei mir offene Türen einrennt.

À propos Reste: Einzig an den Mengenangaben wäre zu mäkeln – denn die vorgeschlagene Bröselmasse reicht für mindestens sechs und auch das Karamell ist ein bisschen viel, wenn man nicht auf Zuckerschocks steht.
Mei. Anpassungen siehe unten.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Die Entdeckung der Avocado oder: Roggenvollkorn-Sandwichbrot mit Avocado-Senf-Creme und Käse


Avocados sind so eine Art Tomatensuppe: Für meine Schwester gab es kinderjahrelang nichts Besseres, als sich abends mit Mama eine dieser tiefgrünen Birnen zu teilen, Zitronensaft darüber zu träufeln, ein wenig Salz und Pfeffer, dazu der herzhafte Biss in eine knusprige Scheibe Toast – sie strahlte.
Zu meinem völligen Unverständnis: Die Konsistenz, der Geschmack – alles an dieser „Butterfrucht“ ließ mich schütteln. Aber da es nunmal sowieso nur zwei Hälften gibt und Papa oder die andere Schwester keine Anstalten machten, sich dem Genuss anzuschließen, war das kein größeres Problem.

Wiegesagt: Tomatensuppe – trotzdem kein Grund, es nicht immer wieder zu probieren (womit ich offenbar nicht alleine bin). Und auf einmal eine Rezeptur zu finden, die einen ungläubig vor einem leeren Schüsselchen zurücklässt. War das tatsächlich Avocado? War das tatsächlich... lecker?

Eine B-Probe, schnell: Neue Avocado, gleiche Prozedur und siehe da: Das schmeckt – sogar roh, ohne jeden Zusatz! Allerdings sind die Dreingabe von Senf, ein bisschen Limettensaft sowie Pfeffer und Salz der Sache sehr zuträglich. In Kombination mit frischem Brot und Käse: ein echter Kracher!

Das Brot ist freilich auch so ein Tipp. Das war schließlich auch mal eine Art Tomatensuppe...

Donnerstag, 1. Mai 2014

Tag der Arbeit. Eine Idylle mit Popcornsuppe und Basilikumgarnelen


Der Kerl hat sich auf dem Sofa in der Küche eingerichtet, das Notebook auf den Knien, auf der Jagd nach diesem und jenem. Ich brenne Mandeln und rühre Milchkaramell. Hin und wieder tropft Regen auf die Fensterbank, die Waschmaschine rödelt.

Nachmittage. An denen man nicht viel sagt und sich trotzdem versteht. An denen man nichts tut und Enormes schafft. Von Dingen, die einem am Herzen liegen.

Am Ende dieser Idylle aßen wir Suppe von Popcorn.
Und hinterher Eis.