Sonntag, 28. September 2014

Ofenschlupfer

Ofenschlupfer ist elementarer Bestandteil des Frühstücks bei Mövenpick in H. Nicht, dass dieses Frühstück nicht ohnehin grandios wäre – Entenbrust, Räucherfisch in diversen Varianten, Eier, Käse, ausgezeichnete Salate, Marmeladen, Honig, Müsli, Milchreis (!)... auf dem Buffet gibt es nicht viel, was es nicht gibt (und von den ausgesprochen guten Gebäcken inklusive Tartes und Kuchen habe ich noch nicht angefangen).
Das alles ist nicht mal teuer: 20 bis 22 Euro macht's pro Nase, und die Getränke sind schon drin. Ein bis zweimal im Jahr – es hilft nichts – wird unser (keinesfalls schlecht gedeckter) Frühstückstisch am Wochenende gegen dieses Schlaraffenland getauscht.
Um immer – immer! – auch Ofenschlupfer zu essen. Ich vermute, dass es den unter anderem bestimmungsgemäß als Verwertung für die Brötchenreste vom Vortag gibt – was mir dieses Frühstück noch ein bisschen sympathischer macht (und das will bei einer Kette schon etwas heißen).

Diese Brötchen also werden gewürfelt und zusammen mit Äpfeln, Mandeln und Rosinen in einer sahnigen Eier-Milch gebacken. Das Ergebnis ist weich und vanillig und allein Grund, immer wiederzukommen. Bis jetzt konnte die Details dieses Wunderwerks nämlich nicht ergründen. Was nicht bedeutet, dass der Ofenschlupfer, den ich jüngst zur Verwertung viel zu süß geratener Hot-Dog-Brötchen kredenzt habe, nicht ebenfalls gut gewesen wäre: Rum statt Vanille, nur Rosinen statt Rosinen und Mandeln.

Von hier aus ist das nächste Mövenpick schließlich weit.



Ofenschlupfer

frei nach Rezeptor

Zutaten für zwei große oder vier kleine Portionen
50g Rosinen
1 EL Rum
50ml Wasser
50ml Milch
50ml Sahne
2 Eier
40g Zucker
1 TL Zimt
250g altbackene Brötchen (nach diesem Rezept – viel zu süß für Burger oder Hot Dogs!)
1 Apfel
Butter zum Fetten der Form
etwas Puderzucker


So geht’s
Ein bis zwei Stunden vorher Rosinen in Rum und Wasser einweichen.
Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Rosinen durch ein Sieb abgeießen und Flüssigkeit in einem Topf auffangen. Milch und Sahne zugeben und etwa handwarm erhitzen. Eier und Zucker unterrühren. Von der Flamme ziehen.
Auflaufform mit Butter einfetten. Brötchen in mundgerechte Würfel schneiden und in die Form geben. Apfel waschen, entkernen, würfeln und ebenfalls in die Form geben. Rosinen dazu und gut vermischen. Eier-Milch angießen und Brötchen-Masse ggf. etwas zusammendrücken, damit ein Großteil die Flüssigkeit aufnehmen kann.
Für 40 Minuten in den Ofen schieben. Anschließend nochmal fünf Minuten den Grill dazuschalten bzw. die Form etwas dichter unter die obere Heizspirale stellen.

Mit Puderzucker bestreut servieren.

Kommentare :

  1. Zucker UND Honig in der Menge? Das muss ein amerikanisches Brötchenrezept sein.... Übrige Brötchen (sofern sie nicht süss sind) landen bei mir in einem gebackenem Semmelknödelauflauf. Die süsse Variante mag ich nur mit Croissants. Wenn schon, denn schon.

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    1. Und ich HABE schon weniger genommen, z. B. keinen Honig. Das mit den Croissants klingt... krass. Bleiben bei Euch etwa welche übrig?

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    2. Aber ja doch. Besonders, wenn ich sie von Grund auf selber mache und dann beim Backen aus Versehen ein wenig zu lange im Ofen lasse. Oder wenn Herr C. im französischen Supermarché gierig zur 10er-Packung greift und dann nach einem Stück schon satt ist.

      Mit Croissants zubereitet nennt es sich dann Umm Ali. Habe ich auch schon verbloggt. Oder zumindest meine ich das.

      Wünsche einen fröhlichen Start in die neue Woche.

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  2. Ofenschlupfer? Herr H. meinte, als ich ihn fragte, ob er so ein Gericht kenne, nee, er kenne nur ähm, etwas anderes. ;-)
    Ich habe zwar schon davon gehört, aber noch nie probiert. Vielleicht, weil wir nie altbackene Brötchen haben?
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Nenne es Kirschenmichel, Scheiterhaufen, Bread Pudding, French Toast Casserolle... alles eins. Bei uns bzw. Mövenpick heißt es eben Ofenschlupfer. Und: Das mit den altbackenen Brötchen lag auch wirklich nur daran, dass man die pur kaum essen konnte... ;)

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  3. Das ist lecker. Bei uns kamen noch Apfelstückchen rein und somit war es ein richtiges Herbstessen.

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