Donnerstag, 20. Februar 2014

Anneliese aus meinem Biogarten oder: Blaue Kartoffelsuppe mit Dill-Chips und Onlineshop-Test


Manchmal ist es reine Kopfsache. Ob man Lämmchen isst oder nicht oder in Tümpeln badet oder seine Lebensmittel im Internet kauft. Ich habe das einmal gemacht – Chiasamen, die seinerzeit zwar in aller Munde waren, aber noch nicht im Regal meines Biosupermarkts. Ach ja, und Würstl hab' ich mal bestellt – aus einem kleinen Stüberl am Alpenrand, auf das wir im Urlaub gestoßen sind und hingerissen waren von Gamswurzen und Hirschsalami.
Ausnahmen, die eine Regel bestätigen, die da lautet: Mir geht das nicht in den Kopf. Klamotten, Bücher, Küchengeräte – alles keine Frage. Aber Appel, Milch und Ei? Gibt's im Geschäft und auf dem Markt, Schlussende!

Kopfsache, wiegesagt. Denn Bio, regional und günstig bekommt man längst auch online. Beispielsweise von deinbiogarten.de, die mich wie Franzi und Arne eingeladen haben, ihren Shop zu testen. Das hat gedauert – was einerseits meinem Alltagspensum geschuldet war, andererseits sicher auch dem Umstand, dass es einfach nicht meiner Routine entspricht, zwei bis drei Tage im Voraus zu wissen, was mir an Zutaten fehlt. Dabei stimmt auch das nicht ganz: Lachen mich auf dem Markt Schwarzwurzeln an oder finde ich Möhrchen im Angebot, werden die disponiert – Verwertungspotential findet sich immer. Warum also nicht auch online?


Zumal es bei deinbiogarten.de Dinge gibt, die es hier nicht (immer) gibt: Blaue Kartoffeln zum Beispiel, Maracujas, Bitterorangen, Kokosblütenzucker. Außerdem verschiedendste Biokisten, Rezepteboxen, Müslis, Russisch Brot – Waren, die ungekühlt haltbar sind, weitgehend saisonal und einigermaßen transportabel. Tofu oder Pflanzenmilch habe ich allerdings vermisst. Und ein bisschen mehr Auswahl: Warum zum Beispiel gibt's nur Mandeln, aber keine Haselnüsse oder Cashews (Ah, gibt es doch, schreibt mir deinbiogarten.de – allerdings unter Snacks und nicht unter Backzubehör...)?

Das, was es gibt, bekommt man allerdings zu Preisen, die man auch im Bioladen zahlt – und dazu meist ausführliche Herkunftsbezeichnungen und Infos zu Inhaltsstoffen und Nährwert. Die Kochzeit meines Reises allerdings musste ich googlen – die eine und andere orthografische Freiheit hätte ich dafür gerne übersehen... aber das ist mein persönlicher Tick.
Seinen Einkauf jedenfalls – auch die Biokisten – kann man sich nach Lust und Laune zurechtkombinieren (Zumindest im Rahmen vorgesehener Margen. Einzelne Möhren oder Zwiebeln, wie ich sie in vielen Bioläden abwiegen kann, gehen nicht.) und termingerecht liefern lassen. In meinem Falle: Ein Packerl Natur-Basmatireis, ein Tütchen Mandelhobel, zwei kleine Dosen Kokosmilch, Zucker und ein Pfund blaue Kartoffeln zu 20,50 Euro inklusive Porto, Lieferzeit: zwei Tage.

Wie bei Franzi kam auch kam diese Order auch bei mir im großen Recycling-Pappkarton an. Ebenfalls jeweils in stabile braune Papiertüten gewickelt. Was ich – anders als Franzi – bei Dingen, die ohnehin schon konserviert oder verschweißt sind, einigermaßen witzlos finde, Wiederverwertbarkeit hin oder her. Es sei denn, es diente der Geräuschs- bzw. Stoßminimierung beim Transport – allerdings hätte es dazu hier auch ein kleinerer Karton getan. Die Qualität der Frischware, sprich den Kartoffeln, war einwandfrei, die Mindesthaltbarkeitsdaten der übrigen Produkte lag im Rahmen. Und andere Onlinehändler haben mir bis dato höchst selten ein handgeschriebenes Kärtchen dazugelegt...


Wer sich also – anders als nicht – nicht über Bio-(Super-)Marktvielfalt in Radlweite freuen kann, „regional“ unter Umständen ein bisschen weiter auslegt (deinbiogarten.de sitzt in Berlin) und keine zu speziellen Wünsche hat, der ist mir deinbiogarten.de sicher gut beraten.

Ob ich die Sache wiederholen würde? Für Dinge, die es vor Ort partout nicht gibt, vielleicht. So wie die Blaue Anneliese – mit der ich endlich jene Suppe kochen konnte, die mich seit gut einem Jahr anlacht. Nichts Irres, eher ein grundsolides Abendmahl. Und Dill adelt ja sowieso alles und jeden... knusprige Chips erst recht.


Blaue Kartoffelsuppe mit Dillchips
nach Happinez kochen, 1/2012 bzw. lecker.de und Alimentageuse

Zutaten für zwei Portionen

DILLCHIPS
2-3 mittelgroße Kartoffeln
Olivenöl
Salz
Pfeffer
ca. 1 EL Dill (frisch oder TK)

SUPPE
500g blaue Kartoffeln, z. B. Blaue Anneliese
1 Zwiebel
1 EL Öl
675ml Gemüsebrühe
1 EL Balsamico
1 TL Honig
ca. 1 TL Salz
Pfeffer
Dill zum Bestreuen (frisch oder TK)


So geht’s

Für die Chips Ofen auf 175°C Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
Kartoffeln schälen und in feine Scheibchen hobeln. In einer Schüssel mit einem Schuss Olivenöl, Salz, Pfeffer und ca. 1 EL gehacktem Dill vermengen. Auf dem Backpapier verteilen und in den vorgeheizten Ofen schieben. Nach ca. zehn Minuten wenden und weiterbacken, bis die Chips goldbraun und knusprig sind – das kann je nach Dicke der Chips und Ofenleistung ebenfalls ca. zwanzig Minuten dauern. Das Blech nach Ausschalten des Ofens am Besten einfach noch in der Nachwärme stehen lassen.

Inzwischen für die Suppe Kartoffeln und Zwiebel schälen und grob bzw. fein würfeln. Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen und Zwiebeln darin anschwitzen. Kartoffeln zugeben und kurz mitbraten. Mit Gemüsebrühe ablöschen, zum Kochen bringen und auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind – dauert je nach Größe der Würfel 15 bis 20 Minuten.
Topfinhalt pürieren und mit Balsamico, Honig, Salz und Pfeffer abschmecken.
Suppe in vorgewärmte Schüsseln füllen und mit Chips und Dill garnieren.


Ich danke deinbiogarten.de für die Möglichkeit, ihren Shop unverbindlich zu testen.
Meine Meinung ist davon unbeeinflusst.

Kommentare :

  1. Ich werd' verrückt! Du wirst es nicht glauben, aber ich habe das Happinez Heft letzte Woche von meiner Nachbarin geschenkt bekommen ("das ist doch sicher was für dich, du kochst doch so gern") und seitdem bin ich auf der Suche nach diesen Kartoffeln. ;-)
    Online Lebensmittel kaufen? Ziemlich witzlos, finde ich. Gut, ich bestelle Mehle, Wein und Kaffee in größeren Mengen online, aber mein Gemüse nehme ich lieber vorher in "Augenschein" - Kopfsache, das denke ich auch.
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Bei mir war's die Mama... und ich empfehle wärmstens: das Wirsing-Rosinen-Curry, die Petersilien-Gnocchi (http://milchmaedchen-milchmaedchen.blogspot.de/2013/01/petersil-und-suppenkraut.html), die Rote-Bete-Consommé und die Möhren-Röstis mit Chili-Käsesauce. Bloß die Sesampasta hat uns net so vom Hocker gehauen...

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    2. Aha. :-) Ich empfehle die Pastinaken-Gnocchi mit roter Kokos-Curry-Sauce und den Möhrensalat recht weit hinten im Heft...

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    3. Petersilie, Pastinaken... in dem Falle: Eins! Den Salat allerdings kenn' ich noch net...

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