Montag, 6. Januar 2014

Itadakimasu*: Miso Ramen


Für manche Dinge muss man stumpf sein oder reich oder beides. Das ist etwas, das man feststellt, wenn man beim Asiaten steht und sich die Misopaste vor lauter Es kaum halten kann und es kein Dashi gibt und kein Siebengewürzepulver und der Bioladen nebenan für alles das Dreifache will, so er es überhaupt auf Lager hat. Da können einem schonmal kurz die Schultern entgleisen und diese ganze Idee von diesem Bild und dem zugehörigen Rezept für eine mit „Schnaps-“ vorne halten lassen.
Zumindest so lange, bis der Rest des Hirns wieder anspringt und erklärt, dass es kein Mononatriumglutamat sein soll, danke, und auch keine Hefeextrakte (denn das wäre stumpf) und einen die neckischen 20 Euro für drei Zutaten in Bioqualität zurück in die Tasche stecken lässt (schließlich heißen wir nicht Krösus, ge'.).

Wenigstens teilweise: Für ein Gericht, das sich im Wesentlichen „Miso Ramen“ nennt, sollte es wenigstens ein bisschen Misopaste sein – OHNE Zusatzstoffe. Und wenn schon partout keine vergorenen roten Chilibohnen (oder so) aufzutreiben sind, dann muss es halt ein bisschen Sambal Oelek tun. Bio, ja.

Und siehe da: Es tut! Sehr gut sogar: Weil warm und lauschig und rundum behaglich. Ein Süppchen, wie ich es gerne esse – und wieder essen werde. Mit Fleisch und ohne und vielleicht mal mit dem einen oder anderen Pilz. Der Fantasie sind da keinerlei Grenzen gesetzt – nachdem sie sich – siehe oben bzw. unten – schon so hervorragend bewährt hat.

*'N Guten.

Miso Ramen

frei nach Lady and Pups

Zutaten für zwei Personen

WÜRZÖL
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
¼ TL Sesamsaat
30ml Pflanzenöl
½ TL Sambal Oelek
½ TL Sichuanpfefferkörner, zerstoßen
1 haselnussgroßes Stück Ingwer

SHOYU-EIER
2 Eier (L) / Tofu
3 EL Sojasauce (Shoyu)
2 EL Zucker
1 EL Wasser

MISO-GEWÜRZPASTE
65g Misopaste (hier: Genmai von Arche, Original: ½ Shiro + ½ Genmai)
15g Sojabohnenpaste
5g Sambal Oelek
1 Frühlingszwiebel (nur der weiße Teil, den grünen für die Deko aufheben)
1 große Knoblauchzehe oder zwei kleine
7g Ingwer
15ml Mirin
1 TL Pflanzenöl
½ TL geröstetes Sesamöl
5g Sesampaste (Tahini)

AUSSERDEM
100–200g Hackfleisch (hier: halb und halb), wahlweise Sojaschnetzel
1 EL geröstetes Sesamöl
1 TL Sichuanpfefferkörner, zerstoßen
1 TL getrocknete Shitaake-Pilze
475ml Brühe
230ml Sojamilch
150g japanische Weizennudeln (Somen oder Ramen)
1 Nori-Blatt, in rechteckige Streifen geschnitten, zum Dekorieren (vergessen)



So geht’s

Für das Würzöl einige Stunden vor dem Servieren Zwiebel, Konblauch und Ingwer schälen und fein hacken. Pflanzenöl in einer kleinen Pfanne erhitzen und Zwiebel- und Knoblauchwürfelchen darin anschwitzen. Etwa fünf Minuten auf kleinster Flamme schmurgeln lassen, dann vom Herd ziehen und mit übrigen Zutaten mischen. Abkühlen lassen, in ein sauberes Schraubglas o. Ä. füllen und bis zur Verwendung im Kühlschrank aufbewahren.

Die Eier ebenfalls einige Stunden vor dem Essen in einem Topf mit kaltem Wasser aufsetzen. Sobald der Siedepunkt erreicht ist, Küchenwecker auf 4:30 Minuten stellen. Wenn die Zeit um ist, die Eier in einer Schüssel mit kaltem Wasser abschrecken und ganz auskühlen lassen. Inzwischen Zutaten für die Marinade vermischen und kurz erhitzen, sodass sich der Zucker löst. Eier pellen und in der Sojamarinade mehrere Stunden einlegen – zwischendurch drehen!
Veganer lassen die Eier weg und marinieren guten Tofu.

Für die Miso-Gewürzpaste Ingwer und Knoblauch schälen und grob zerteilen. Frühlingszwiebel waschen, abtupfen, Wurzelende kappen und den weißen Teil ebenfalls grob zerteilen. Zusammen mit den übrigen Zutaten in einen hohen Mixbecher geben und mit dem Pürierstab zu einer homogenen Masse verarbeiten.

Etwa zwanzig Minuten vor dem Essen die grünen Frühlingszwiebelenden fein hacken und ggf. Sojaschnetzel in heißem Wasser mit einem Schuss Sojasauce einweichen. Nudeln nach Packungsanweisung nicht zu weich garen. Durch ein Sieb abtropfen lassen. Geröstetes Sesamöl in einem ausreichend großen Topf erhitzen und Hackfleisch bzw. Sojaschnetzel zusammen mit dem zerstoßenen Sichuanpfeffer scharf anbraten. Etwa ein Drittel der Miso-Gewürzpaste dazugeben und so lange dünsten, bis es zu duften beginnt. Mit Gemüsebrühe und Sojamilch ablöschen und zum Köcheln bringen. Übrige Miso-Gewürzpaste in ein Sieb geben, das klein genug ist, um in die Flüssigkeit im Topf gehalten werden zu können, und erwärmen, bis sie sich auflöst. Das Sieb mit den unlöslichen Bestandteilen wieder herausholen und das Süppchen fünf Minuten weiterköcheln lassen. Eier aus der Marinade holen und halbieren.

Zum Servieren die Suppe gerecht auf zwei Suppenschüssel verteilen, ebenso die Nudeln, mit je einem halbierten Ei belegen, mit etwas Gewürzöl beträufeln und mit gehackten Frühlingszwiebeln und Noristreifen dekorieren.



Kommentare :

  1. Liebes Milchmädchen, sag' einfach Bescheid, unsere zwei Asia-Läden sind mit E-freiem Miso und derlei bestens ausgestattet - ich schicke gern ein Care-Paket. Denn wie man ohne regelmäßige Suppen wie diese überleben kann, ist mir schleierhaft. ;-)
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Im Ernst? Wie fantastisch ist denn das! Wo ist dieses Paradies?
      Beziehunsgsweise: Ich melde mich, sobald der Bio-Luxus-Vorrat leer ist (= bald)...

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    2. Klar, im Ernst. :-)
      Aber ob ich Hamburg als Paradies bezeichnen würde? ;-)

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    3. Hammbuärch? Na kloar is' das 'n Paradies!
      Zumal ich da relativ regelmäßig bin - also: WO genau sind die Dealer?

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  2. Lecker,
    ganz nach meinem Geschmack! Und mit Ei!

    Liebe Grüße, Christina

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  3. hi,

    tja, was soll ich sagen - bin begeistert,
    jetzt nicht nur vom Süppchen und deiner Wortgewandtheit,
    die mich heute morgens nach gestrigen SkiTag doch sehr beeindruckt (wie immer), musste manche Sätze gleich zwei Mal lesen, weil mein Gehirn einfach noch nicht so hellwach ist, aber mit 2 Tassen Kaffee klappt das schon - so, also wo war ich nun stehen geblieben - TOLL, dass ich sobald von dir wieder einen feinen Post zu lesen bekomme!! FREUT MICH TOTAL!!

    Ja, das mit den Asia-Läden und dann auch noch bio,
    einen manchmal doch sehr verk....te Sache! Und noch schweineteuer!
    Ich hatte mal so eine kurzweilige Phase des veganen Lebens, dauert so 20 Tage, aber das war auch der Wahnsinn, alles suuuuper teuer & man muss sich die Sachen gleich am Vortag zubereiten, weil es einfach dauert Hummus oder Bohnenaufstrich zu fabriziern, .... - doch dann kam bei mir der MitternachtsKühlschrank-Plünderer, so gab ich es wieder auf!

    Deine Suppe sieht klasse aus und ich mag deine gerade geschossenen Bilder total!

    lg [ Urlaubs-Ski-Fahrer] Netzchen

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    1. Ja, manchmal geht es einem so schnell wieder von der Hand... aber auf der Piste bzw. Loipe wäre ich jetzt auch gern... dauert hier wohl aber noch'n büsch'n... hab' Spaß!

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