Samstag, 18. Januar 2014

Geduld ist eine Tugend: Geschichteter Honigkuchen mit Grießcreme

Es wäre ja nicht so, dass ich allein damit bin. Zumindest habe ich so meine Theorie, woher eine Joy (the Baker) ihre Weisheit nimmt. „Read the dang recipe“ rät sie. Und ich weiß das. Wirklich.

Was mich nicht daran hindert, es doch nicht zu tun. Oder eben: Nicht ganz.
Milch und Grieß zu Brei verkochen? Kindergarten, kein Problem. Butter und Zucker luftig schlagen? Schon längst fertig, und was jetzt? Ach ja: Grieß zu Butter – und hier darf man sich diesen kochend heißen Brei vorstellen, wie er in aller Seelenruhe der zimmerwarmen Buttercreme entgegenrinnt – bis mein Verstand mich fragt, was das da soll.

Mein Hirn springt an, wenn es zu spät ist. Wenn zum Beispiel so ein Grießbrei so eine Buttermasse in einen öligen See verwandelt hat, Luftigkeit adé. Wenn ein Honigzuckerteig klebt wie Hölle, weil er nunmal nicht eisekalt ist, sondern allenfalls handwarm. Und das sind nur zwei von vielen, vielen Beispielen.

Nicht, dass diese Malheurs irreparabel wären – der Kuchen daraus ward durchaus nicht schlecht. Ich frage mich bloß, wann endlich dieser Lerneffekt eintritt, von dem immer alle reden...

Der Kuchen steht und fällt übrigens mit dem Geschmack des Honigs: Ich hatte einen grandiosen Edelkastanienhonig – heißer Tipp! Und: Die Menge der Grießcreme ist nach oben hin flexibel – viel Creme gleich viel gut. Wahlweise (oder zusätzlich) könnte man die Böden mit ein bisschen Honig-Limonen-Rum tränken. Feel free.

Achso, und Geduld hatte ich mit den Fotos auch nicht mehr. Mei.


Geschichteter Honigkuchen mit Grießcreme

frei nach Mijn dagelijkse gedachten

Zutaten für einen kleinen Kuchen

TEIG
50g Honig
½ TL Natron
150g Zucker
50ml Öl
2 EL Wasser
2 Eier
180g Weizenmehl
180g Weizenvollkornmehl

GRIESSCREME
250ml Milch
30g Weichweizengrieß
1 EL madeirischer Honig-Limonen-Rum (oder: Rum + Zitronenschale und -saft)
1 Prise Salz
100g Butter
65g Zucker
1 Päckchen Bourbonvanillezucker

ÜBERZUG
100g Schokolade
50g Butter


So geht’s
Für den Teig Honig in einem Topf erhitzen. Sobald er einigermaßen flüssig ist, mit Natron bestäuben, sodass er blubbert. Zucker, Öl und Wasser so lange unterrühren, bis die Masse goldfarben und homogen ist. Abkühlen lassen.
Ofen auf 200°C vorheizen. Die Eier nacheinander unterziehen, bis sie vollständig eingearbeitet sind. Danach: Das Mehl. Der Teig sollte elastisch sein, aber nicht mehr zu sehr kleben.
In sieben Teile à etwa 100 Gramm teilen und zu knapp tennisballgroßen Kugeln formen. Die Kugeln zwischen Backpapier (unten) und Klarsichtfolie (oben) mit dem Handballen leicht plätten und anschließend möglichst gleichmäßig rund ausrollen (Kreisdurchmesser: ca. 16cm, es sollten also zwei Kreise auf ein Backpapier/Backblech passen).
Im Ofen etwa fünf Minuten lang goldbraun backen. Das Backpapier vorsichtig lösen und die Kreise gestapelt unter einem leicht feuchten Handtuch lagern.

Für die Creme Milch und Grieß in einem Topf aufkochen und auf kleiner Flamme cremig eindicken lassen – Rühren nicht vergessen! Anschließend Salz sowie (Honig-Limonen-)Rum (und Zitronensaft und -schale) einrühren. Vollständig abkühlen lassen.
Anschließend Butter und Zucker zwei, drei Minuten cremig-weiß aufschlagen. Grießmasse unter Rühren einarbeiten.

Die Böden mithilfe eines Tortenrings ungefähr auf eine Größe bringen, sprich: Ränder zurechtschneiden (Die Reste schließen später kleine Lücken am Rand). Selbigen Tortenring mit Backpapier einschlagen und innen ringsherum mit aufgeschnittenen Klarsichthüllen o. Ä. auskleiden. Einen Teigboden einlegen und deckend, aber nicht zu feist mit Grießcreme bedecken. Boden d'rauf und wieder Creme – so lange, bis beides aufgebraucht ist (ob man mit einem Boden oder einem Rest Creme abschließt, ist wurscht).
Für mindestens zwei Stunden in die Tiefkühltruhe schieben, damit das Ganze einigermaßen fest wird.

Schokolade schmelzen und Butter einrühren. Etwa zehn Minuten im Kühlschrank abkühlen lassen und dann die Torte gleichmäßig damit überziehen (Tortenring vorher abmontieren, klar, ge'?).
Über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.



Kommentare :

  1. Du würdest dich schlapp lachen, wenn du wüsstest, wie oft mir genau das gleiche passiert ist. ;-) "Für die Chiboust-Creme Buttercreme und Creme patissiere gemeinsam aufschlagen", es entsteht eine leicht krisselige Masse??? Wie, beide Cremes hätten die gleiche Temperatur haben müssen...
    Dein Gries-Honig-Kuchen sieht dafür aber sehr appetitlich aus!

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    1. Beruhigend - vor allem, wenn ich an Deine/Eure Ergebnisse denke...
      Schmeckt übrigens auch, wobei ich's nächste Mal mehr Creme nehmen würde...

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  2. Solche Kuchen / Torten finde ich nur bei dir! Ich bin mal wieder schwer beeindruckt und muss jetzt dringend ein Stück Kuchen essen, um meinem Hunger zu begegnen, den ich jetzt bekommen habe. Hab einen schönen Sonntag!

    Liebe Grüße, Christina

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    1. :)
      Gleichfalls! Waren bei absolutem Mistwetter viereinhalb Stunden draußen - Du ahnst gar nicht, wie so ein Kuchen danach schmeckt...

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