Donnerstag, 23. Januar 2014

Abend(brot)kuchen: Nuss und Karotte statt Hafer und Roggen.

Ich hab's ja nicht so mit Abendbrot. Beziehungsweise: Ich hab es abends nicht so mit Brot. Ich esse Suppe, Auflauf, das eine oder andere Ei... bloß eben nicht wie vermutlich 90 Prozent der Deutschen: Butter, Brot, Belag.

Dabei habe ich eigentlich nichts gegen Brot. Für gutes Brot bin ich einiges bereit zu tun. Genaugenommen bin ich sogar regelmäßig überrascht, wie gut so ein Brot mit Butter und Belag schmecken kann. Draußen vor allem. Und drinnen, wenn man beispielsweise ein Scheibchen Graubrot mit Ziegenkäse belegt, Honig darüberträufelt, ein bisschen Rosmarin und alles kurz unter den Grill schiebt. Absolut prima.
Bloß hilft es nichts: Bei mir gibt’s abends kein Brot.

Es sei denn, dass es das, was es geben soll, nicht geben kann, weil... nun... nicht (mehr so) gut. Und man plötzlich dasteht mit einem Bund bestimmungsloser Möhren. Und man an dieses Bild denken muss – ja, ich bin ein Bildermensch – das man mal gesehen hat: Von einem Brot mit cremigen Aufstrich und Möhren und Nüssen im Teig.

Beim genaueren Hinsehen wird klar: Das ist eigentlich ein Kuchen. Der aber, sofern man ihm das kuchigste – den Zucker – nimmt, abends ein ganz hervorragendes Brot abgibt. Mit Butter, Käse.
Man ist versucht, über eine Umwidmung nachzudenken: Abendkuchen statt Abendbrot oder so. Ist schließlich der hundertste Beitrag, mangönntsichjasonstnix.
Was meint ihr, 90 Prozent der Deutschen?

Karottenkuchenbrot
frei nach ZEITmagazin 23/2013

Zutaten für eine große Kastenform
185g Nusskerne, gehackt (hier: ein Mix aus Mandeln, Hasel- und Walnüssen)
265g Möhren, geschält und geraspelt
3 Eier
25g Zucker
125ml Öl (hier: halb Olive, halb Raps)
1 TL Salz
1 TL Zimt
155g Weizenvollkornmehl
100g Weizenmehl
1/3 TL Backpulver
1/3 TL Natron

So geht’s

Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. Eine Kastenform mit Backpapier auskleiden.
Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. Öl, Salz und Zimt einrühren. Mehle, Backpulver und Natron gemeinsam mit den gehackten Nüssen und Möhrenraspeln unterkneten.
In die Form füllen und ein halbes Stündchen backen, dann die Temperatur auf 120°C reduzieren und fertigbacken.

Schmeckt übrigens auch pur prima – feine Zimtnote und herrlich wenig süß. Aber Honig schad't auch nicht, erst recht nicht auf Butter.




Kommentare :

  1. bin nix deutsch, trotzdem gratulation zum 100. beitrag! :D

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  2. Schwester im Geiste! ;-) Glückwunsch und ja, abends nie Brot. Abends wird gekocht, was das Zeug hält. Brot am liebsten draußen, als Wanderwegzehrung. Oder drinnen, mittags, frisch aus dem Ofen und ja, es darf auch kuchig sein. :-)

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    1. Allmählich machen mir diese Koinzidenzen ein bisschen Sorge... ;)

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