Montag, 10. Juni 2013

Life through a lens: Lauwarmer Petersilien-Linsensalat mit Rhabarber und Räucherforelle

Wenn es ein Lebensmittel gibt, mit dem ich absehbar nichts werde anfangen können (und es gibt davon nicht viele, Anm. der Verfasserin), dann ist das Sellerie. Ich führe das darauf zurück, dass es diesen einen Mittag gegeben hat, vor vielen, vielen Jahren. An diesem Mittag gab es Mittagessen, wie es an jedem Mittag Essen gegeben hat. Mit dem einen, feinen Unterschied: Sellerie war ein Teil davon. Einer, den ich nicht mochte.

Was allerdings nichts an dem Umstand änderte, dass gegessen wurde, was auf den Tisch kam. Und man eben nicht eher in Richtung Patentante aufbrechen würde (und ihren vortrefflichen Waffeln, Anm. der Verfasserin), bis nicht auch der Sellerie – Stangen-, wohlgemerkt! – von da verschwunden wäre. Was dauerte. Sehr, sehr lange.

Wie gesagt, ich vermute, dass es diese Verkettung unglückseliger Umstände war, die den mir ohnehin fragwürdigen Geschmack von Sellerie nachhaltig verleiden würde (In der Verhaltensforschung spricht man in ähnlichen Kontexten von Konditionierung, Anm. der Verfasserin).
Eine Rezeptur also, die neben vielen vortrefflichen Dingen, namentlich Linsen, Forelle, Honig und Petersilie, auch die Zutat „Sellerie" enthält, ist darum eingehend dahingehend zu untersuchen, ob es sich hier um eine relevante Komponente handelt. Sollte dem so sein, ist die Rezeptur Mist. Sollte dem nicht so sein, fliegt der Sellerie raus, punktum.

Für versöhnlichere Gemüter bietet sich freilich der Kompromiss „Substitution" an, beispielsweise durch ähnlich geformte, aber unbedenkliche Gemüse – sagen wir: Rhabarber.
Es könnte nämlich sein, dass das ganz gut passt.

Im vorliegenden Falle verhält es sich so: Da bereichert eben dieser Rhabarber das fröhliche Beisammensein von lauwarmen Linsen, butterweicher Forelle und knackigem Salat nämlich mit einer feinen Säure. Was alles in allem zwar nicht ganz an Verenas fabulösen Erdbeer-Linsen-Coup rankommt, aber trotzdem durchaus taugt als leichtes, eiweißreiches Abendbrot. Vielleicht gelegentlich mit anderen Linsen. Oder Koriander statt Petersilie. Es wird sich zeigen. Einzig Sellerie wird es nie dazu geben. Sellerie hat es seitdem nämlich nie wieder gegeben. Und wiegesagt: Vermutlich wird das so bleiben – sehr, sehr lange.


Lauwarmer Petersilien-Linsensalat mit Rhabarber und Räucherforelle

frei nach lecker.de

Zutaten für zwei Portionen

SALAT
1 kleine Zwiebel
100g Linsen (hier: rote. Belugalinsen sind sicher auch super)
250ml Wasser
1 Stange Rhabarber
2 Handvoll grüner Salat (hier: Feldsalat)
Öl zum Anbraten

DRESSING
1 TL Honig
1 EL Balsamico
1 EL Zitronensaft
2 EL Olivenöl
2 EL gehackte Petersilie (kann mir auch Basilikum oder Koriander vorstellen)
Pfeffer, Salz

dazu: zwei schöne Räucherforellenfilets

So geht's
Rhabarber abspülen, trockentupfen, Enden kappen, schälen und in ca. ein bis zwei Zentimeter breite Stücke schneiden. Zwiebel schälen, fein würfeln und in einem kleinen Topf in etwas Olivenöl andüsten. Linsen und Rhabarber zugeben zugeben und mit Wasser ablöschen. Auf kleiner Flamme köcheln lassen – etwa zehn bis zwölf Minuten.

Inzwischen alle Zutaten für das Dressing verquirlen und den grünen Salat waschen, trockenschütteln und putzen.
Nach Ende der Kochzeiten Linsen mit Dressing vermischen, mit Salz udn Pfeffer abschmecken und etwa zehn Minuten ziehen lassen.
Anschließend grünen Salat untermengen und mit Forellenfilets servieren.

Sehr Hungrige essen Brot dazu.

Kommentare :

  1. Guten Morgen,

    wow, also Räucherforelle in Kombi mit Rhabarber - interessant! Also mit Salat und Linsen ist Forelle vorstellbar, aber du hast dich wieder mal was getraut - toll!

    LG Netzchen

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    1. Wiegesagt: Der Rhabarber ergänzt mehr die säuerliche Note, ohne irgend'was zu dominieren oder gar die ganze Kombination zu versauern... eeeasy... ;)

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  2. Vortrefflicher Salat. Ich tat mich auch lange schwer mit dem guten Staudensellerie, aber ich habe die Abneigung (wie viele andere) endlich überwunden. Immer wieder zu probieren hat tatsächlich geholfen. Jetzt mag ich sogar frischen Koriander und den habe ich früher gehasst...
    Deine Vaiante mit Rhabarber wird zeitnah getestet! :-)

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    1. So? Das mit dem Koriander habe ich inzwischen ja auch geschafft... sollte es tatsächlcih eine Chance geben...?

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  3. klingt sehr interessant dein Rezept. auf die Idee wäre ich bestimmt nie gekommen.

    vielleicht hast du ja noch Lust mit deinem Rezept bei unserem Foodblog Rhabarber-Event ( http://www.kuechenplausch.de/events/cmviews/id/77 ) auf Küchenplausch mitzumachen. Es gibt auch schöne Preise zu gewinnen und viele tolle Rhabarber-Rezepte zu entdecken.

    Liebe Grüße
    Isabell

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    1. Na, da prädestiniert sich wohl eher die Rhabarber-Kokos-Konfitüre... ich bedenke das :)!

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