Donnerstag, 9. Mai 2013

Versuch macht kluch: Rhabarbertarte mit Marzipancreme


Gekauft hätte ich sie nicht. Aus dem einfachen Grund, dass ich hochgradig selten Zeitschriften kaufe. Wenn ich beim Durchblättern – und das ist die Regel – zwei, maximal drei Dinge finde, die ich für lesens- bzw. in diesem Falle: nachkochenswert halte, ist mir das zu wenig – in Anbetracht der typischerweise horrenden Preise zumal. (Das gilt – foodbloggeruntypisch – übrigens auch für Kochbücher, aber das nur am Rande.)

Nennt mich überkritisch. Ich diagnostiziere eher: Generation Internet, irreversibel. Ich finde es einfach deutlich praktischer, mein eigenes Rezepteheft zu pflegen - für einen Bruchteil der monatlichen Flatrate- und Stromkosten. Unkompliziert Bilder und Vorlagen zu sammeln, die so lecker und spannend und appetitlich aussehen, dass mir gleich ganz pawlow'sch wird. Ideen, die mich regelmäßig kirre machen, weil ich nicht zwischen zwei oder drei entscheiden muss - sondern mehreren hundert.
Trotzdem – ich sage natürlich nicht Nein, wenn ich einfach mal so probeblättern darf. Schickt mir also Eure deli, danke.

Gekauft hätte ich sie nicht, wiegesagt. Der Eindruck: „Kenn' ich – ach, mal wieder 'n Curry – hübscher Koch – und guck' an, ein 'Extra'...“ – nicht meins. Eher 'ne "Mädchen" für Große: Ein bisschen pink, irgendwie süß und ganz schön fancy.

Allerdings: Zwei, drei Ideen sind da tatsächlich, die man bedenken kann - ein Johannisbeer-Espresso-Parfait beispielsweise, Polentaflammeri... sowie: Die Stachelbeertarte mit Marzipancreme.

Stachelbeeren gibt's längst noch nicht – dafür Rhabarber.
Und weil meine Kuchen derzeit nur für zwei reichen müssen, habe ich das Rezept halbiert - und nach meinem Gusto angepasst: Vollkorn- statt (nur) normalem Mehl, extra Quark für die Cremeschicht, die sonst ausgesprochen schmal ausgefallen wäre.

Das Ergebnis: Durchaus lecker – wenn vielleicht nicht (Rhabarber-)Lieblingskuchen Nr. 1. Aber gut. Den Versuch war's wert.


Rhabarbertarte mit Marzipancreme

frei nach deli 1/2013

Zutaten für eine große Springform (26cm Durchmesser)

TEIG
75g Magerquark
3 EL Olivenöl
1 Eigelb
30g Zucker
1 Prise Salz
1 TL Backpulver
100g Vollkornweizenmehl
50g Weizenmehl

MARZIPANCREME
200g Marzipan
2 Eiweiß  
125g Margerquark
50g Zucker

BELAG
175g Rhabarber


So geht's
Für den Teig Quark, Öl und Eigelb mit Zucker und Salz verquirlen. Mit Mehl und Backpulver zu einem elastischen Teig verkneten.
Backpapier auf Größe der Springform zuschneiden und den Teig rund ausrollen, bis er etwas größer ist, als der Springformboden. In die Form legen und einstechen.

Ofen auf 180°C vorheizen. Rhabarber waschen, Enden kappen und schälen. In ca. anderthalb Zentimeter breite Stücke schnippeln.

Für die Marzipancreme Marzipan in kleine Stücke reißen. Mit Handrührgerät zusammen mit den Eiweiß zu einer glatten Creme schlagen. Zucker und Quark unterrühren. Creme auf den Boden streichen und mit Rhabarberstücken belegen.

Im Ofen ca. 30 Minuten backen, dass die Creme fest ist und gerade an einigen Stellen bräunt. Aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.


Kommentare :

  1. Hahaha - high five, Schwester! Zeitschriften kaufe ich aus genau dem gleichen Grund auch nicht mehr,meist liegen sie nach dem ersten oder zweiten Durchblättern umher, und für die 4 EUR hätte ich mir zwei doppelte Espressi kaufen können. Bei Kochbüchern stagniert die Kauflaune auch seit Jahren gewaltig. Völlig Internet- und Foodblog-verdorbene Göre. Guilty as charged. ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du bist nicht allein, wohoo-hoo-ho... ;D

      Löschen