Donnerstag, 14. März 2013

Winteressen, welcome back: Malted Mushroom Pot Pie with Yeasted Biscuits

Es muss sich um einen Irrtum handeln. Einen großen, ausgewachsenen Irrtum.
Ach, was sag' ich: Irrtümer – in Massen!

Erstens: Das da draußen. Nachtfrost. Eiszapfen am Fahrradsattel. Äähh... Frühling?! Waren wir mit Winterweiß nicht durch? Sicher, ich hätt' nix gegen noch 'ne Tour auf Skiern. Aber hier? In der Stadt? Och...

Zweitens: Eintöpfe, Schrägstrich Suppen. Oh, wie habe ich sie gehasst! Kinderjahrelang gab es gefühlt täglich eine: Erbsen-, Bohnen-, Möhrchensuppe. Weichgekocht. Mit Kartoffeln. Brr!
Dabei haben sich meine Eltern so viel Mühe gegeben: Würstchenwürfel, Krakauerscheibchen, butterweiches Rindfleisch – guck mal, das magst du doch...

Ich mochte nicht. Zumal das Ganze immer „-Suppe“ hieß, obwohl es eindeutig Eintopf war. Ich finde, das muss man klar trennen: Suppe ist ohne Stücke, Eintopf mit.

Erstere schätze ich inzwischen sehr – in allen Variationen, die man zu Hause nicht kennt kannte: Kürbissuppe, Spinatsuppe, Linsensuppe – wunderbar simpel, herrlich sämig und spiegelglatt püriert. Sobald es in Richtung Eintopf geht, wird's heikel: Über Curries lasse ich mit mir reden (sehr gern sogar!), überhaupt alles Suppige jenseits des 75. Längengrads. Westlich davon... nun... sagen wir: Ich hätte nicht erwartet, dass da was zu holen ist. Irrtum Nr. 3.

Dem übrigens auch Eltern erlegen sind. Dabei ist es so naheliegend! Würstchen sind ja gut und schön – aber was sind Würstchen gegen... Kekse!
Ja, genau: Kekse!
Oder wie würdet ihr „Biscuits“ übersetzen?
Eben!

Also: God bless America! Da nämlich kocht man Möhrchen und Böhnchen und vielerlei andere bunte Dinge und toppt das Ganze mit... Keksen! Genial!
Zumal diese Kekse: Auf dem Eintopf im Ofen gebacken, herrlich aufgeplustert mit knuspriger Kruste und schlonziger Unterseite. Ein bisschen wie Klöße und Brötchen, nur eben ganz anders. Ein Traum!

Seit Herbst habe ich diverse Varianten getestet: Vegetable Pot Pies, Mushrooms & Dumplings, Biscuits and Gravy. Bisweilen recht nett, bisweilen eher so geht so.

Diese Version gefällt mir ausgesprochen (vielleicht, weil inzwischen Erfahrung mitkocht): Ob der Farben, Aromen. Ob der der lockeren Biscuits bei gleichzeitig hervorragendem Geschmack: Malzbier-Ofeneintopf mit Gemüse, Pilzen und Vollkornkeksen. Soulfood aus dem Bilderbuch. Oder: Genau richtig bei Kälte und Grau und dem Warten auf Frühling.

Malted Mushroom Pot Pie with Yeasted Biscuits

sehr frei nach Post Punk Kitchen und Apt. 2b baking Co.

Zutaten für drei solide Portionen

POT PIE*
150g Karotten
150g braune Champignons
100g Brokkoli (ohne Strunk)
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
1 TL getrockneter Thymian
1/2 TL Majoran
1 EL Tomatenmark
150ml Malzbier
3/4 Tl Salz
diverse Umdrehungen Pfeffer
450ml Gemüsebrühe
20g Mehl
230g Kidneybohnen aus dem Glas (Abtropfgewicht)

BISCUITS
3/4 TL Trockenhefe
1 EL lauwarmes Wasser
115ml (Mandel-)Milch
1 EL Zitronensaft
100 Vollkornweizenmehl
75g Weizenmehl
1/4 TL Salz
1/4 Tl Natron
3/4 TL Backpulver
50g ALSAN (o. Butter)

So geht's
Möhren schälen, halbieren und in feine Scheibchen schneiden. Pilze putzen und ebenfalls zu dünnen Scheibchen verarbeiten. Brokkoli putzen und in Röschen teilen. Zwiebel und Knofi schälen und fein hacken. Kidneybohnen durch ein Sieb abgießen, kurz mit frischem Wasser abspülen und abtropfen lassen.

Olivenöl in einem mittelgroßen, ofenfesten Suppentopf erhitzen. Zwiebeln darin glasig dünsten und Knofi etwa eine Minute mitdünsten, bis er duftet. Getrockneten Thymian und Majoran zusammen mit den Champignonscheibchen dazugeben und so lange braten, bis letztere leicht gebräunt sind und Feuchtigkeit abgeben. Mit Malzbier ablöschen.
Möhren, Brokkoli und Tomatenmark dazu und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Flüssigkeit etwas reduzieren lassen, das dauert ca. drei Minuten.

Anschließend die Gemüsebrühe angießen und zugedeckt etwa fünf bis zehn Minuten vor sich hinköcheln lassen. Dann etwas Flüssigkeit abschöpfen und mit dem Mehl glattrühen. Die Mischung in den Topf rühren und eindicken lassen. Flamme aus und die Bohnen dazu.
Ofen auf 225°C vorheizen.

Für die Biscuits Hefe mit lauwarmen Wasser mischen und fünf Minuten angehen lassen.
In einer Schüssel Mehl, Salz, Backpulver und Natron mischen. ALSAN in kleine Stückchen geschnitten einkneten, bis eine krümelige Masse entsteht. Hefeflüssigkeit mit (Mandel-)Milch und Zitronensaft mischen, dazugießen und alles gut verkneten.
Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa zweieinhalb Zentimeter dick ausrollen und mit einem Glas o.Ä. Kreise ausstehen - bei mir waren's fünf.

Teigkreise auf den Gemüseeintopf setzen und im Ofen etwa 15-20 Minuten goldbraun backen.



*Ich bin mir ziemlich sicher, dass es statt Möhren auch jedes andere Wurzelgemüse tut (Pastinaken! Rote Beete! Süßkartoffeln!), dass man Brokkoli prima durch Blumenkohl oder – yieha! – Romanesco ersetzen kann und grüne Erbsen oder rote Linsen ein wunderbares Bohnensubstitut abgeben. Kürbis geht auch immer. Mit Wirsing habe ich eher mittelmäßige Erfahrungen gemacht.

Kommentare :

  1. mhmmm, wow was für ein Bild, wenn ich so aus dem Fenster blicke und den Schnee sehe - dann dein Bild mit dem aufsteigenden Wärmerauch - yummy yummy.

    Das Rezept liest sich toll, lecker - lecker - lecker!

    LG Netzchen

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  2. Tolles Rezept!

    Ich hab Dich gerade für den Best Blog Award nominiert, hoffe Du magst mitmachen :)

    http://valeskasdiner.blogspot.de/2013/03/ein-blog-award-der-best-blog-award.html

    VG
    Valeska

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