Donnerstag, 24. Januar 2013

Petersil' und Suppenkraut: Pastinakengnocchi mit Petersilie und roter Currysauce


Ich kann mich noch genau an meinen ersten Versuch erinnern, Gnocchi zu kochen. Es dürfte überhaupt der erste Versuch gewesen sein, richtig zu kochen. Ich erinnere, dass die Anleitung aus dem Jungfrauen-Ableger einer namhaften Frauenzeitschrift kam. Ich erinnere, dass das Ergebnis in erster Linie eines war: klebrig. Alles war klebrig: Die Masse war klebrig, meine Hände waren klebrig, der Topf war klebrig, die Arbeitsfläche... vermutlich war das, was hinterher auf den Tellern lag – genau – klebrig. Das weiß ich nicht mehr. Bloß satt wurden wir davon nicht.

Ich beließ es vorerst dabei  – die Gnocchi, die Kocherei. Sollte es mich zwischendurch nach Gnocchi  – die ich damals noch nichtsahnend „Gnotschi“ nannte – gelüsten, taten es die verschweißte Version aus dem Supermarkt.
Zehn Jahre ging das gut. Dann drehte ich eine dieser Packungen um.

Da ich mich seit diesem ersten  – nennen wir es: Desaster – doch hin und wieder probehalber an den Herd gestellt hatte, dachte ich mir, dass es vielleicht so schwer nicht sein könne. Ich konsultierte diverse Vorlagen und kaufte Kartoffeln.

Der zweite Versuch – mit Süßkartoffeln – schmeckte eher so geht so. Der dritte mit Basilikum war weich. Den vierten ruinierte ich mit einer Nacht im Kühlschrank. Seitdem habe ich aufgehört zu zählen. Seitdem habe ich aber gelernt, dass Gnocchi „Njokki“ heißen und nicht „ Njotschi“ und dass die Konsistenz VOR dem Kochen nicht unähnlich der ist, die später auf den Tellern liegt. Ich habe gelernt, dass es mindestens halb soviel Mehl wie Kartoffelmasse braucht – gerne eher mehr – und dass den Klößchen eine Nachbehandlung in heißem Butterschmalz definitiv nicht schadet.

Die hier waren – geschmacklich, konsistentiell – ziemlich gut: Die feine Petersiliennote, die knusprige Hülle... dazu eine wunderbar cremige Kokossauce und gebräunte gehackte Nüsse. Doch, gibt es wieder!


Pastinakengnocchi mit Petersilie und roter Currysauce

frei nach Happinez kochen, 1/2012 bzw. lecker.de

Zutaten für vier Personen

GNOCCHI
600g Pastinaken
400g mehlig kochende Kartoffeln (meine waren vorwiegend festkochend - ging auch)
600g Mehl
½ Bund Petersilie (hier: halbe Packung TK-Petersilie)
1 TL Salz

SAUCE
1 EL Butterschmalz, wahlweise ALSAN
1 TL rote Currypaste
1 TL Paprikapulver
1 EL Mehl
200ml Kokosmilch
100ml Gemüsebrühe
½ TL Salz
1 Prise Zucker
1 EL Limettensaft

dazu:
25g Cashew- oder Erdnusskerne
Chilliflocken
2 EL Butterschmalz/ALSAN zum Braten


So geht's
Kartoffeln etwas abbürsten, in einem Topf mit Wasser aufsetzen und ca. 20 Minuten weichkochen (Messerprobe). Abgießen, pellen und in einer ausreichend großen Schüssel zerstampfen. 10 bis 15 Minuten abkühlen lassen.
Pastinaken schälen, grob würfeln und in einem Topf mit Salzwasser zwischen 15 und 25 Minuten weichkochen (dito: Messerprobe). Ebenfalls abgießen und etwas ausdämpfen lassen. Anschließend mit den Kartoffeln verstampfen. Masse salzen, Petersilie zugeben und nach und nach das Mehl einkneten, bis nichts mehr klebt. Wiegesagt: Unter 500g Mehl dürfte da wenig laufen, ich habe – vermutlich wegen der vorwiegend festkochenden Kartoffeln – mehr gebraucht.

Teig etwas ruhen lassen und derweil für die Sauce Butterschmalz oder ALSAN in einem kleinen Topf zerlassen. Currypaste, Paprika und einen Esslöffel Mehl anschwitzen und mit Kokosmilch und Gemüsebrühe ablöschen – derweil mit einem Schneebesen rühren, damit nichts klumpt. Ein, zwei Minuten köcheln lassen und derweil mit Salz und Limettensaft abschmecken.

Gnocchimasse auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu Strängen von ca. 2cm Durchmesser rollen. Diese in wiederum anderthalb Zentimeter breite Stücke schneiden. Wer mag und Muße hat, bearbeitet diese Stücke noch mit einer Gabel und drückt die typischen Rillen ein. Diese Kosmetik spare ich mir meistens.

Derweil in einem ausreichend großen Topf Salzwasser aufsetzen. Sobald das sprudelnd kocht, die Gnocchi in zwei Portionen kochen: Sobald die Klößchen oben schwimmen sind sie gar und können in einen Durchschlag abgeschöpft werden bzw. nach der zweiten Fuhre abgegossen.

Cashewkerne hacken und in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie leicht gebräunt sind. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Anschließend Butterschmalz oder ALSAN in – idealiter der gleichen - Pfanne zerlassen und Gnocchi portionsweise anbraten, bis sie diese herrlichen goldbraunen Striemen haben. Parallel Sauce wieder leicht erwärmen.

Gebratene Gnocchi mit Sauce begießen, Cashews und ein paar Chiliflocken drüberstreuseln – that's it.


Kommentare :

  1. hi milchmädchen,

    mhm, sehen die lecker aus, ich liebe gnocci - interessante Art hast du da vorgestellt, werde ich definitiv mal ausprobieren.

    LG Netzchen

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    1. Der Kritiker und ich waren bei Bissen 1 auch erstaunt ob des Geschmacks - spätestens ab Bissen 3 aber schwer zufrieden!

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