Mittwoch, 4. April 2012

Falling for Fladenbrot: Rieska aus Finnland


Ich glaube, der Beitrag lief damals in der Sesamstraße: Frauen mit Kopftüchern und weiten Röcken, die irgendwo tief in der Türkei plappernd im Kreis um eine Feuerstelle saßen. Ein dünnes Holz, eine große Schüssel Teig und schnelle, geschickte Griffe. Die bleichen Fladen, die im Feuer landeten, hatten bald große, herrlich gebräunte Blasen und ich mit meinen allenfalls fünf Jahren fand, dass das wirklich ganz köstlich aussah. Meinte, Rauch und Brot und Morgenland förmlich zu riechen – über tausende Kilometer hinweg, quer durch den Fernseher - bis ins heimische Wohnzimmer und mein zartes Näschen.
Fortan war ich besessen von der Vision des Fladenbrots: Meine Puppen bekamen Annäherungen in Form heimlich stibitzter und verkneteter Brotkrumen, auf meinen Buntstiftbildern hingen gelbe Kreise vor den Indianerzelten zum Trocknen in der Sonne.

Das, was Mama vom Türken mitbrachte – groß, dick, fluffig – kam dieser Vorstellung ebenso wenig nahe, wie das, was man später als Wrap verschweißt im Supermarkt bekam. Ich wollte keine Pide und keine Tortillas - ich wollte Lavash, Chapatis und Khubz! Wie unendlich viel spannender als das schnöde deutsche Graubrot (selbst, wenn auch das freilich ganz eigene Vorzüge hat!)! Wie weich, wie rund, wie...!

Die Enttäuschungen lösten einander ab – bis ich das Lahmacun des Dönermanns kennen lernte, der seine Brote noch selber bäckt. Und selber mal ein bisschen rechts und links probierte – und ein bisschen weiter oben:


Rieska – finnisches Kartoffelfladenbrot

nach Scandi Foodie

Zutaten für fünf Stück
300g Kartoffeln
ein ordentlicher Schuss Milch
½ TL Salz
1 Prise Muskatnuss
50 - 75g Weizenmehl
50 - 75g Dinkel- oder Roggenvollkornmehl
1 Ei (M)

So geht’s
Kartoffeln schälen, waschen, vierteln und in einem Topf gesalzenen Wassers gar kochen. Mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken, einem Schuss Milch cremig rühren und Salz und einem Hauch Muskatnuss abschmecken. Ganz abkühlen lassen – am besten über Nacht im Kühlschrank.

Ofen auf 225°C vorheizen.
Kartoffelstampf mit Ei und so viel Mehl verkneten, bis der Teig nicht mehr klebt. In vier Portionen teilen und auf einem gut bemehlten und mit Backpapier ausgelegtem Blech zu runden, etwa einem Zentimeter dicken Fladen formen.
Mit einer Gabel einstechen und im Ofen 8 bis 10 Minuten pro Seite goldbraun backen.

Kurz abkühlen lassen, ein Stich Butter dazu und guter, geräucherter Lachs.

Kommentare :

  1. Wir haben wohl noch etwas gemeinsam - die Liebe für Fladenbrot... ;-)
    Rieska kannte ich bisher allerdings nicht. Sieht aber wahnsinnig lecker aus! Wird also definitiv nachgebacken.

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    1. Ohje - NOCH mehr... ;D?
      Tu' das - es schmeckt wirklich fantastisch... - selbst, wenn es eher nicht dünn und groß und voller brauner Blubberblasen ist, sondern klein und dick und... hhhmm!

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  2. Das schaut toll aus. Kann mir das auch mit Roastbeef oder geräuchertem Schinken wunderbar vorstellen.

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    1. Schinken hatten wir auch dazu, Lachs war aber besser - Roastbeef ist 'ne Idee für Auflage Zwei... ;D

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  3. Rieska kannte ich bisher auch nicht. Sieht sehr lecker & knusprig aus :-) Kommt aber scheinbar gar keine Hefe rein, oder? LG Nadja

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  4. So ein Rezept für Fladenbrot kenne ich bisher noch nicht.

    Es liest sich toll und sieht megalecker aus! Danke für das Rezept, es kommt sicher bald auf den Tisch!

    Liebe Grüße, Lotta

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    1. Soooo, habe diese leckeren Fladenbrote nun endlich nachgebacken!!

      http://penneimtopf.blogspot.de/2012/05/kleine-kartoffel-fladenbrote-rieska-aus.html

      Danke für das köstliche Rezept!!

      Liebe Grüße, Lotta

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  5. Tolles Rezept und danke für den Tipp, werde ich sicher öfters machen. Ich hab's mal op kölsch interpretiert: http://thestiller.de/?p=6127 :)

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