Donnerstag, 23. Februar 2012

Mmmh... Milchreis! – the only-and-one


In manchen Dingen bin ich manisch.
Beispiel?
Klassische Musik: Erweckungserlebnis Orchester mit 15, jahrelang mindestens zwei Stunden am Tag gespielt. Beethoven, Brahms, die fette Sinfonik – stapelweise aus der Bücherei. Später Oper, Lieder, Kammermusik, studiert, organisiert, besprochen – und dann?
Aus und vorbei – über Nacht.

Gut – das ist jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, gute Musik fasziniert mich schließlich nach wie vor. Bloß täglich damit zu tun haben möcht’ ich nicht mehr (außer auf meinem Noten-Schnippel-Brettchen vielleicht).

Anderes Beispiel – Nahrungsmittel: Schoko-Doppelkekse mit Dinkel, Joghurt mit Körnern und Feigen und Pflaumen, Ofenpfannkuchen, Roastbeef, Birnen, Milchreis, Grießbrei, Pudding und Schokolade von Lindt – (wieder-)gefunden, gekauft, -kocht, -gessen – so ausdauernd lange, bis es wirklich überhaupt gar nicht mehr ging.

Das ist alles nicht schlimm. Im Prinzip. Nur manchmal ein bisschen anstrengend. Denn was bitteschön kommt, wenn DIE eine Leidenschaft gerade mal gar keine mehr ist?

Vielleicht... eine andere... alte? Aufgewärmt sozusagen?
Dieser Milchreis jedenfalls hat mich Milchmädchen neulich wieder hochgradig entzückt. Weil er so schön unkompliziert so unglaublich toll wird: nicht zu süß und nicht zu pappig, wunderbar vanillig und ohne den Hauch einer Gefahr von Brandschäden. Regelrecht perfekt!
Könnte man glatt nochmal machen. Und nochmal... und...


Ofenmilchreis

Zutaten für vier kleine Portionen
500 ml Milch
100 g Milchreis
1 Prise Salz
1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
½ EL Rohrohrzucker

oder:
1½ EL Rohrohrzucker
½ Vanilleschote


So geht’s
Reis, Milch, Salz und Zucker bzw. Zucker und ausgekratzte Vanilleschote in einen ausreichend hohen Topf geben (meiner ist aus Metall und fasst geschätzte 2,5 Liter).

Mitsamt Deckel bei 175°C Umluft in den Ofen stellen und dort zwischen 45 und 60 Minuten stehen lassen. Zwischendurch nachsehen, dass nichts zu hoch kocht, und umrühren.

Wenn der Reis auf die gewünschte Konsistenz zusteuert, den Ofen ausschalten und noch ein Weilchen in der Nachwärme quellen lassen.

Ofenhandschuhe anziehen (wichtig!), Topf aus dem Ofen holen, pusten, essen – freilich nach Gusto ergänzt um Kirschen, Apfelmus, Zimtzucker oder wie hier: eingemachte Cranberries.

Kommentare :

  1. Ah, Anne - sorry! Dein Kindheits-Geschmacks-Erinnerungskommentar ist einem fatalen Verklicker zum Opfer gefallen... Asche, Asche, Asche auf mein Haupt!

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  2. Besser komme ich nicht allzu oft hier vorbei - deine Rezepte sind einfach soo.... yummy.
    Ich teile übrigens deine Leidenschaft für Milchreis (- solange, bis ich es nicht mehr sehen kann, jaja, das kenne ich), aber ich lese einerseits, dass für den Milchreis KEINE Milch vorgesehen ist, in der Anleitung aber dann, dass man die Milch in den Topf geben soll? Jetzt musst du mich erstmal aufklären, damit ich auch wirklich in den Genuß komme.

    Lieben Gruß,
    enimSou

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    1. Wasser...? WASSER??! Um Himmels Willen! Welch' geistiger Mantel umfing mich da?
      Ich meine natürlich MILCH! MILCHMILCHMILCH! Die schöne fette volle! Himmel!
      Beziehunsgweise: Danke für den Hinweis... und bittebitte trotzdem wiederkommen... schließlich zahlst Du ja in selber Münze heim... ;)

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  3. Ist es wirklich so, dass die lästige Rührerei entfällt? Oh, wie wunderbar wäre das, was könnte man nicht alles tun, in dieser neugewonnenen freien Zeit. Das muss ich probieren, denn es ist da immer die Diskrepanz zwischen inniger Milchreisliebe und verleideter Milchreiszubereitung. :D

    Ich muss das ausprobieren.

    Liebste Grüße
    Charlotte

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    1. Ich habe noch keine einzige schlechte Erfahrung damit gemacht – und ich mache diesen Milchreis oft :).
      Grüße von einer, die so heißt wie Du!

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