Mittwoch, 23. Juli 2014

Blaupause: Erbsen-Pistazien-Ravioli mit Pesto


Wie viele Wege es gäbe, diesen Text zu beginnen.
Ich könnte mit dem Kerl anfangen, wie er im Supermarkt steht und mir triumphierend ein kleines Tütchen entgegenstreckt. „Da!“, sagt er, „echte Pinienkerne!“, und strahlt. Und tatsächlich: Keine schwarzen Spitzen, keine Tropfenform, sondern schöne schlanke, zartbeige Kernchen. Obendrein bio. „Was sollen die denn kosten?“, will ich wissen, aber der Kerl zuckt mit den Schultern. „Steht da nicht.“ Und wieder hat er recht. „Na“, sage ich, „probieren wir's“, und stapfe zur Kasse.
Ich könnte erzählen, wie mir da kurz ein wenig anders ward ob der stolzen Preisanzeige. Und wie ich dem Essen drohte, bloß auch zu schmecken, denn das letzte Desaster war noch nicht lange her.

Auch davon könnte ich erzählen, dem Inbegriff veganen Vorurteils. Als sogar die eigentlich idiotensichere Tomatensauce misslang und damit perfekt zum Tofu passte – eine Liaison aromatischen Nihilismus'. Die der Kerl stoisch ertrug.

Möglicherweise sollte ich mit dem Kampf beginnen, den ich mit dem Nudelteig focht. Den mit der Waage. Küchenschere. All' dem Chaos um mich her. An einem Tag, der mit einer Beule begann, in Kabbeleien überging und in diesem Schlachtfeld mündete.

Aber vielleicht sollte ich besser von diesem Essen erzählen. Das tatsächlich irgendwann auf dem Teller lag. Und von da ein bisschen Anlauf nahm, einen Bissen lang, zwei. Um dann ganz langsam, ganz leise ganz vorzüglich zu schmecken. Weil das Pesto mit den Pinienkernen die Erbsen unterstütze und das Basilikum sich hervorragend mit den Pistazien vertrug und alldem überhaupt endlich das gelang, was dem ganzen Tag gefehlt hatte: Ruhe. Zufriedenheit. Eine ganz angenehme Sättigung.

Es ist noch nicht viel Zeit vergangen, seit die Krautköpfe diese Erbsen-Pistazien-Ravioli vorgelegt haben. Und es wird bestimmt nicht lange dauern, bis wir sie wiederholen. Denn auch der Kerl war in höchstem Maße angetan, nicht zuletzt vom herrlich simplen Pesto.
Von dem übrigens einiges übrig geblieben ist, genau wie von der großzügig bemessenen Menge Teig. Ich lasse das alles aber so. Denn von den Resten macht man eben nochmal Nudeln mit Pesto. Auf dass sie genauso ruhig, satt und zufrieden machen mögen.


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Mittwoch, 16. Juli 2014

Es dürft' alles so einfach sein: Weizenvollkornbrot mit Leinsaat und Haferflocken


Pur, ohne alles. Und vor allem: ohne Text. In der Hoffnung, es möge für sich sprechen. Dieses Brot, das kein bisschen komplex ist, sondern einfach und schnell verrührt (ähnlich meinen innig geliebten Brötchen).
Was dem Ergebnis – feinporig, aromatisch, knusprig – keinerlei Abbruch tut, im Gegenteil.
Bis wieder mehr zu sagen ist.


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Montag, 7. Juli 2014

Let's twist again: Sushi Bowl mit Meeresfrüchten, Wan Tan-Chips, Grünzeug und scharfer Mayo

Was genau an dieser Schüssel kalifornisch ist, weiß ich gar nicht so richtig. Laut Wikipedia gehört in eine standesgemäße California Roll schließlich vor allem Avocado, und von der ist hier (ausnahmsweise) keine Spur.

Dabei kann ich schon sagen, was an dieser Schüssel kalifornisch ist – nämlich der Umstand, dass ich genau da, namentlich in San Francisco, zum ersten Mal an eine Sushi Bowl geriet. Im Untergeschoss einer der Malls an der Market Street wurde mir derlei serviert – zu meinem nachhaltigen Entzücken.

Mein erster Nachbau hat inzwischen gut zwei Jahre auf dem Buckel, die Älteren erinnern sich. Ein kleines Update, oder um es mit Foodgawker zu sagen: „a twist“, kann also nicht schaden.
Ein bisschen amerikanischer dank Mayo, ein bisschen spannender dank Wan Tan-Chips und ein bisschen schneller, weil nichts ewig marinieren muss.

Sicher: Große Kochkunst geht anders. Aber genau darum passt es so prima in diese Tage – wo man Herd und Ofen nur in den allergrößten Notfällen anwirft und überhaupt seine Zeit überall verbringen mag, bloß nicht in geschlossenen Räumen.


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Donnerstag, 26. Juni 2014

Nobel geht die Welt zugrunde: Burger mit Spiegelei, Pak Choi und Trüffelcreme im Sesambrötchen. Dazu: Ofen-Fritten.


Ich hätte nicht gedacht, dass das mal passiert. Dass ich dasitzen würde, ein Burger-Buch in den Händen, um genau das zu rezensieren. In Sachen Burgern haben meine Eltern dereinst nämlich ganze Arbeit geleistet: Burger = Mäckes = Teufelszeug. Und das war nicht einmal ein Punkt, den ich rebellionswürdig fand.
Dass Burger – wie einiges anderes auch – nicht nur großartig schmecken können, sondern obendrein gewissen Nährwert besitzen, habe ich erst deutlich später entdeckt.

Wie dem auch sei: Inzwischen fröne ich einer kleinen Obsession, die Psychologen sicher in vielerlei Hinsicht bemerkenswert fänden, brate Burger um Burger und, wiegesagt, rezensiere ein einschlägiges Werk. Das sich da passenderweise „The Art of Burger“ nennt und aus dem Hause Umschau stammt – manche werden sich erinnern.

Der Clou dabei ist: Ich darf aus diesem Buch, das mir freundlicherweise von einem Kooperationspartner zur Verfügung gestellt wurde, kochen, davon schreiben und fertig ist der Lack. Keine Kosten, kein (großer) Ärger, kein nix. Und sämtliche geäußerte Meinung bleibt freilich meine eigene.

Die da geht: Bestellung und Versand klappen unkompliziert und problemlos, zum Rückversand kann ich nichts sagen, weil ich das Buch nicht mehr hergeben werde, und der Rest des Ladens ist so übersichtlich und sortiert, wie man das eben kennt. Sämtliche Testsuchen – namentlich Lutz' Brotbackbuch, Hermés „PH10“ und Niki Segnits Geschmacksthesaurus – waren erfolgreich. Bloß für Sigrid Neudeckers „Madame ist willig“ musste ich aus irgendeinem Grund ein bisschen länger tippen. Aber: Auch das ist da.

Und natürlich viel spannender: Das Buchwerk selbst.
Beim Auspacken war ich ein wenig erstaunt ob der Größe: Hatte ich nach den Bildern im Netz eher etwas von der Gewichtsklasse eines Deutschland oder Österreich vegetarisch erwartet, hielt ich ein durchaus dünneres Bändchen in der Hand. Mei. 176 Seiten sind trotzdem 'ne Ansage.


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Donnerstag, 19. Juni 2014

Alternativlos: Teriyaki-Burger mit Ananas, Avocado & roten Zwiebeln. Dazu: Chips aus der Mikrowelle.


„Ich habe,“ sage ich am Abend zum Kerl, „gerade einen leichten Burger-Tick.“
Und der Kerl sieht auf von dem Exemplar in seinen Händen und mich an und sagt: „Gibt Schlimmeres,“ und beißt ab, dass es nur so tropft.
Ich nicke und tue es ihm nach und bin sehr, sehr zufrieden.

Dabei habe ich mich wirklich angestrengt und überlegt, ob ich stattdessen Galettes machen sollte oder mal was mit Kartoffeln oder Spargel oder so. Aber da war dieses Bild in meinem Kopf mit all' den Farben und Geschmäckern und jede Idee, die nicht mindestens genauso bunt aussah und ähnlich Kurioses versprach, musste ich leider wieder verwerfen.
So schrieb ich dann Rinderhack auf den Einkaufszettel und Ananassaft und wartete auf den Abend.

Und wurde belohnt: Allen Was-macht-das-Obst-in-meinem-Essen-Vorbehalten zum Trotz passt die angebratene Ananas perfekt zwischen Fleischsaft und Teriyakisauce. Mit Avocado und roten Zwiebeln macht man grundsätzlich nichts falsch.
Dazu die Entdeckung Chili-Brötchen aus meiner Entdeckung „The Art of Burger“, die ganz dringend ganz bald erwerben muss: Heißer Tic... äh: Tipp.

Achso, und wer Skepsis bezüglich Chips (Stichwort Kartoffeln) aus der Mikrowelle hegen sollte: Das klappt ausgesprochen hervorragend und schmeckt sogar so. Die Kollegen aus dem Backofen kommen da nicht ran. Und so lange ich keine Fritteuse besitze...


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