Dienstag, 21. Juni 2016

Mit bloßen Händen: Schokobrötchen über Nacht

Wie einfach es ist: Mehl, Wasser, Salz, ein bisschen Schokolade, ein bisschen Kakao, ein wenig Geduld. Im Prinzip wie mein bäckerischer Heureka-Moment – nur ein My elaborierter. Und nochmal so gut.

Überhaupt ist so vieles Gute so simpel: Ein Deo braucht Wasser, Natron, einen Spritzer Duftöl und, wer mag, einen Schuss Wodka. Aromatische Bodybutter besteht aus Shea-, Kakao- und Kokosfett und dem Aroma von selbstangesetzten Orangenschalenöl. Mit zitroniger Essigessenz putzt es sich prima und wer hätte gedacht, wie gut der alte Stoff im richtigen Schnitt zum Lieblingsrock passt? Eine Liste, die sich lange fortsetzen ließe – und deren Quintessenz mir immer wichtiger wird.

Mein Fokus hat sich verschoben. Vielleicht hat er sich auch nur weiterentwickelt, denn viel von diesen Ideen steckt in meiner Vorstellung von guter Küche: Rohstoffe werden unter den eigenen Händen zu etwas, das nährt, schmeckt, beglückt. Nachhaltigkeit und minimalen Müllaufwand – Buzzwords – gibt's on top.

Dieses Weniger, das mehr ist, etwas Konkretes im großen Rauschen. Ich mag das. Es macht so zufrieden. Was das für den Blog bedeutet?
On verra.

Montag, 23. Mai 2016

Von nackten Riegeln und anderen Offenlegungen

Setzt Euch. Nehmt Euch. Es ist genug da für alle. Und während ihr so sitzt und esst, erzähle ich, was diese nackten Riegel (ich freu‘ mich schon auf die Suchwortstatistik...) so erstaunlich macht – es ist nämlich nicht der eingetragene Name.

Das wirklich erstaunliche an diesem Gemisch aus Datteln, Rosinen, Cashews und Kakao ist vielmehr Punkt Zwei: ihre Einfachheit – also das, was ich vor gut einem Jahr noch großzügig delegierte.

Dann kam: la vie. Ein Umzug, ein neuer Job, eine andere Strecke zum Kerl.
Ich habe mir manchmal vorgestellt, es so ähnlich zu machen wie Petri Luukkainen: Alles, was ich habe, in den Kartons zu lassen und mir nach und nach nur das zu holen, was ich wirklich mag und brauche. Zum Festhalten. Um die Welt ein bisschen weniger komplex zu machen – herauszufinden, wie viel Leere man aushält.

Ein Luxusproblem, schon. Es ist ein Privileg, seinen Besitz kuratieren zu können, seinen Speiseplan, seine Zeit. Hipstereske Gedanken zu Minimalismus, Nachhaltigkeit, Müll- und Plastikvermeidung muss man sich leisten können – vielleicht eine Art Ablasshandel des 21. Jahrhunderts.

Ich frage mich trotzdem, wie viel Radikalität, wie viel Punk da drinsteckt.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Kann Spuren von Tiefe enthalten: Kuchen mit schwarzen Oliven

Der Kerl kocht – manchmal, wenn keiner guckt. Die Spuren davon finde ich dann im Kühlschrank. Oliven zum Beispiel – im Großgebinde („Im Rezept standen 10 Gramm.“).

Wozu die restlichen 140 gut sind, weiß ich jetzt. Kuchen, der nicht zu süß ist, dafür herrlich tief und würzig und am nächsten Tag nochmal so gut schmeckt, gibt es nämlich viel zu selten.

Dienstag, 16. Februar 2016

Ich halte fest: Asia-Bolo auf Reisbandnudeln


Ich dachte, das hört mal auf. Ich dachte, irgendwann kommt der Punkt, an dem alles an seinen Platz rutscht. An dem alles klar ist und in Ordnung. Verweile doch, du bist so schön.

Weil es so angenehm wäre, Dinge zu haben, an denen man (sich) festhalten kann. Dinge wie diese Bolo – seit über vier Jahren.